Am Dienstag besuchte Carmen Wegge den Bezirk Weilheim der Bundesagentur für Arbeit, der für die Landkreise Fürstenfeldbruck, Landsberg, Starnberg, Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen zuständig ist, um sich über die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt der Region auszutauschen. Aufgrund der Coronalage fand das Gespräch mit dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur Weilheim, Markus Nitsch in einem digitalen Format statt.

Der Arbeitsmarkt in der Region ist gut – es herrscht Vollbeschäftigung. Die Arbeitslosenquote liegt über alle fünf Landkreise aktuell bei nur 2,9 Prozent. Wegge und Nitsch tauschten sich vor allem über den Fachkräftemangel aus, den viele Betriebe spüren.

Carmen Wegge: „Markus Nitsch berichtete mir aus der Praxis, welche absurden Wege Unternehmen gehen müssen, wenn sie qualifiziertes Personal aus dem Ausland beschäftigen wollen. Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz hat hier schon einiges verbessert, aber da müssen wir in Berlin noch einmal ran. Die Verbesserung des Einwanderungsrechts wird uns im Innenausschuss beschäftigen. Nur mit praktikablen Regeln zur Anerkennung von Berufsabschlüssen oder auch von Berufserfahrung werden wir die Unternehmen unterstützen können, den Fachkräftemangel zu bekämpfen.“

Weitere Besprechungspunkte waren die Ausbildungsplatzsituation, die geplante Reform des Bürgergelds oder die aktuellen Regelungen zum Kurzarbeitergeld.

Auch über die geplante Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf 12 Euro sprachen Carmen Wegge und Markus Nitsch.

Carmen Wegge: „Die Region rund um den Starnberger See wird von außen häufig als reich abgestempelt. Aber es gibt auch bei uns viele Menschen, die trotz Vollzeitjob ein sehr niedriges Monatseinkommen haben. Der geplante Mindestlohn von 12 Euro bedeutet für sie ein spürbares Plus. Ich freue mich, dass wir dieses Vorhaben im Bundestag als eines der ersten Projekte umsetzen werden und der Mindestlohn von 12 Euro ab dem 1. Oktober gelten soll.“

Nach einer aktuellen Studie der Hans-Böckler-Stiftung verdienen z. B. 25,8 Prozent der Vollzeitbeschäftigten im Landkreis Garmisch-Partenkirchen einen  Monatslohn von unter  2.284 Euro brutto und zählen damit zur Gruppe der Geringverdienenden. Das bedeutet, dass sie weniger als 2/3 des mittleren (median) monatlichen Bruttoarbeitsentgeltes aller sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten verdienen. In Landsberg sind es 14,2 Prozent der Beschäftigten in Vollzeit, im Landkreis Starnberg 10,7 Prozent und im Landkreis Weilheim-Schongau 12,9 Prozent.

Carmen Wegge: „Vor allem die Beschäftigten im Hotel- und Gastgewerbe werden vom 12 Euro-Mindestlohn profitieren.“

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