Bei der Veranstaltung »Kunst braucht uns!« am 18. Mai kam die 31-jährige SPD-Bundestagskandidatin Carmen Wegge mit Martin Rabanus (kulturpolitischer Sprecher der SPD Bundestagsfraktion), Volkmar Halbleib (kulturpolitischer Sprecher SPD Landtagsfraktion), Meike Harms (Poetin aus Gilching), Margarete Joswig (Opersängerin aus Herrsching) sowie Künstler*innen und Kultur-Veranstalter*innen aus Starnberg, Landsberg und Germering ins Gespräch.

Carmen Wegge, die seit 2006 als Slam Poetin und Kulturveranstalterin aktiv ist, machte gleich am Anfang klar:

»Die Kunst und Kulturbranche ist von der Pandemie am härtesten getroffen worden.

Nicht nur, dass Hilfen schwer zu beantragen waren, auch viele Menschen, die Kunst aus einem inneren Antrieb heraus machen, sind über die letzten Monate verloren gegangen.

Hier ist eine ganze Generation von jungen Menschen weggebrochen.

Es wird eine Herausforderung sein die Szenen wieder aufzubauen, wenn Kulturveranstaltungen endlich wieder möglich sind.«

Sowohl Martin Rabanus als auch Volkmar Halbleib berichteten aus Bundes- und Landtag. Rabanus beklagt »Für uns Kulturpolitiker*innen waren die letzten Monate schwer.

Eine organisierte Lobby gibt es für die Kultur- und Kreativwirtschaft einfach nicht.

Trotzdem haben wir versucht, die Grundsicherung, die Förderungen und auch die Künstlersozialkasse so zu gestalten, dass zumindest eine finanzielle Sicherung besteht.«

Aus seiner Sicht merkt man den Menschen auch inzwischen an, dass ihnen die Kunst und Kultur in ihrem Alltag fehlt.

Auf die Nachfrage von Matthias Hellwig (Kinobetreiber aus dem Landkreis Starnberg), warum die Verordnungen in Bayern immer so spontan und dann nicht nachvollziehbar seien, antwortete Volkmar Halbleib

»Schon seit Monaten mahnen wir an, dass das Gesundheitsministerium zusammen mit dem Kulturministerium Rahmenpläne schaffen muss, wie schrittweise Öffnungen in den einzelnen Kulturbereichen möglich sind.

Das ist leider immer noch in zu unzureichender Weise passiert. Leider führt dies dann zu solchen Situationen.«

Meike Harms aus Gilching berichtete, dass sie auch als Poesiepädagogin arbeite und sie viele junge Kinder sehe, die zu Hause sitzen und nicht wüssten, wohin sie mit ihrer Kreativität sollen.

Wenn es um Kunst und Kultur gehe, dann dürfe man auch die jungen Menschen nicht vergessen, diese brauchen die Kunst genauso wie die älteren Menschen.

Auch Margarete Joswig wünscht sich endlich kontrollierte Öffnungen.

Abschließend fasst Carmen Wegge zusammen:

»Eigentlich braucht die Politik die Kultur, um den Spiegel vorgehalten zu bekommen.

Eigentlich braucht die Gesellschaft die Kultur, um nicht verrückt zu werden und jetzt braucht die Kultur uns.

Wir müssen laut sein und an ihrer Seite stehen. Und wenn ich dann im Sommer endlich wieder auf einer Bühne am See stehe und auftreten kann, dann werde ich bestimmt den ganzen Tag nicht aufhören zu strahlen.«

[Pressemitteilung als PDF zum Download]

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